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Männergrippe

22.02.2017 | Ernährung und Gesundheit

Sehen Sie sich im Büro einmal um … Sind es bei Ihnen im Betrieb vor allem die Männer, die derzeit krank sind? Mehr als 40 000 Menschen sind derzeit in Deutschland an Grippe erkrankt. Man hat jedoch den Eindruck, dass Männer stärker leiden als Frauen und deshalb schon einmal gerne wegen Grippe zu Hause bleiben.

Doch nun haben Forscher auch den wahren Grund hierfür herausgefunden. Zum einen liegt es am Hormonhaushalt: Wissenschaftler gaben Probanden Influenza-A-Viren in die Nase und beobachteten, wo diese sich am meisten vermehrten. Dabei stellten sie fest, dass sich die Viren bei Frauen nicht so stark vermehrten, da das weibliche Hormon Östrogen eine Vermehrung der Viren verhinderte und das Immunsystem stimulierte. In einer weiteren Studie kam heraus, dass sich nach einer Grippeimpfung im weiblichen Körper viel mehr Antikörper gegen diese Grippeviren bildeten als bei Männern.

Obwohl die Hormone der Auslöser für das starke Grippeleiden bei Männern sind, liegt die Ursache jedoch in den Genen: Auf dem zweiten X-Chromosom der Frau befinden sich viel mehr für die Immunabwehr zuständige Gene als auf dem männlichen Y-Chromosom. Daher haben Frauen schlichtweg ein besseres Immunsystem, und Männer sind tatsächlich mehr und öfter von Erkältung und Grippe betroffen als Frauen. Ein kleiner Trost: Aufgrund ihres Immunsystems sind Frauen allerdings viel anfälliger für Autoimmunerkrankungen und Allergien.

Zu den Hormonen sei noch gesagt, dass die Grippe bei einem Mann umso stärker ausgeprägt ist und er umso mehr leidet, je mehr Testosteron er besitzt, da das Testosteron zudem als immunsystemhemmend gilt.

Somit steht fest: Die Männergrippe gibt es tatsächlich!

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